Ist Schnarchen Schädlich?

Können Schnarcher ersticken? Die Opfer können nicht ersticken, erklärt Hans-Günter Wees, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). „Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, weckt der Körper das Opfer auf, damit es wieder atmen kann. Manche haben jedoch 50 oder mehr Atempausen pro Stunde. „Tiefschlaf und Traumschlaf werden unterdrückt. Ein erholsamer Schlaf ist nicht mehr möglich“, erklärt Wees. Außerdem muss das Herz wegen des Sauerstoffmangels und des daraus resultierenden Unterdrucks in der Brust härter arbeiten, der Blutdruck steigt und damit auch das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. „Es ist ein nicht triviales Thema“, betont der Schlafmediziner. Etwa jeder vierte Mann und jede siebte Frau mittleren Alters leiden nicht nur unter Schnarchen, sondern auch unter Schlafapnoe, ergänzt Professor Ingo Fitze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité in Berlin. Wann brauchen Schnarcher eine Therapie? Laut Joachim Maurer von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie steckt hinter dem behandlungsbedürftigen Schnarchen mit Atemstillstand meist ein zu enger oder instabiler Luftweg zwischen Mundgaumen und Kehlkopf. Wenn ein Partner Atemaussetzer bemerkt oder der Schnarcher sich tagsüber sehr müde fühlt, sollte er oder sie untersucht werden. „Im Schlaflabor oder bei ambulanten Messungen zu Hause werden die Nasen-, Brust- und Bauchatmung sowie die Sauerstoffkonzentration im Blut gemessen“, erklärt Fietze. „Ab einer zehnsekündigen Atempause kann man von einer Schlafapnoe sprechen, ab fünf Apnoen pro Stunde Schlaf von einer Schlafapnoe“, erklärt Fietze.

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